Ich bin sehr nachdenklich, traurig und wütend. Wir haben nämlich nicht nur geangelt und gegrillt in den letzen Tagen, sondern viel geredet und vieles über das Leben in der Community erfahren. Immer schon, seit meinen Schulzeiten, war ich eine „Mutter Theresa“, die für die Unterdrückten eintrat und für deren Rechte. Deshalb bin ich jetzt so wütend, denn
Rechte, haben die 360.000 Aborigines in Australien bis heute keine. Obwohl es ihr Land ist, mindestens 50.000 Jahre lang waren sie die Herren von Australien (nach wissenschaftlicher Einschätzung) Ganz egal, was die Regierung in Canberra beschließt und verlauten lässt, Realität ist, dass Rassenhass ein ganz großes Thema ist und dass es selbst in so kleinen 600-Seelen-Communities, immer ein paar Weiße gibt, die ihre Machtspielchen ausleben, sich selbst bereichern und die Versprechen der Regierung wie Luftblasen zerplatzen lassen. Weiße, die nicht wollen, dass die „Schwarzen“ lernen, sich weiterbilden, Berufe ausüben und ein Mitspracherecht erwerben. Diese „Feudalherren“, so möchte ich sie einmal nennen, boykottieren jeden Fortschritt, behandeln die Gemeindemitglieder wie unmündige Kinder, lügen und betrügen und betreiben Vetternwirtschaft der übelsten Sorte.
In den Städten ist es noch schlimmer. Dort leben die Aborigines in den Slums, gehen zum Betteln auf die Straße und das Herz bricht mir, wenn ich sie sehe, gebückt und gebrochen, den Blick zu Boden gewandt, weil keiner mit ihnen spricht. Die unvermeidliche Flasche in der braunen Papptüte in der Hand und die spärlichen Almosen empfangend. Theoretisch würde jeder Ureinwohner eine staatliche Stütze erhalten. Praktisch ist aber alles anders, denn viele von diesen Menschen können nicht schreiben und lesen, keiner erzählt ihnen etwas von solchen Regelungen, keiner füllt für sie die Anträge aus. Ich frage mich zum wiederholten Male, was zum Teufel, tun eigentlich all die sogenannten Hilfsorganisationen? Wo sind denn die streetworker, die auf der Strasse zu den Ärmsten gehen um zu helfen?
Ganz Australien hat ca. 19 Mio. Einwohner. Bunt gemischt aus Europa und Asien kommend und 360.000 Aborigines. Der Anteil der Ureinwohner macht also nicht einmal 2 % aus. Manchmal bin ich auch nicht mehr stolz zur weißen Rasse zu gehören, genauso wenig wie zu den Christen.
Uncle Colin zeigte uns mehrere Foto Alben. Vor 20 Jahren unternahm er seine große Lebensreise, 7 Wochen lang, nach Arnhem Land. 1977 wurden die Aborigines „Land Rights“ gesetzlich anerkannt und man gestand ihnen wieder die Kontrolle über einige ihrer wichtigsten Kultstätten (wie den Uluru) zu. Seither erhielten sie ca. ein Drittel der Fläche des Northern Territory zurück und verwalten sich selbst. Seine Bilder zeigen fröhliche, stolze, aufrechte Menschen – geradezu paradiesische Bilder.
Doch auch dieses Paradies hat seine Schlange. Der einzige Lebensmittelladen dieses Gebietes gehört einem weißen Rassisten und die Preise spotten jeder Vorstellung. Dieser Shop Besitzer sperrt seine Vorratskammern nur nach Gutdünken auf, desinteressiert an den oft stunden- oder tagelang wartenden Menschen und noch bevor alle bedient sind, schließt er wieder.
Ich kann es nicht verstehen. Wie ist so etwas möglich? Wieso kann ein Weißer im Aborigines Land einen Shop betreiben und sich so aufführen? Wieso macht keiner etwas gegen seine Willkür?
Also, jetzt ist erst einmal meine persönliche Seifenblase geplatzt, denn ich dachte, dies alles wäre dunkle Vergangenheit und hier würden sich die Rassen alle untereinander vertragen. Aber nein, die weiße Herrschaft dauert gerade einmal 200 Jahre und das ist viel zu wenig Zeit, um etwas in den Köpfen oder Herzen der Menschen zu verändern, oder sie etwas zu lehren.
Uncle Colin z.B. hat eine Ausbildung als Schreiner und diese als bester des Countys abgeschlossen – inkl. Goldmedaille, die ihm dafür verliehen wurde. Trotzdem hat er (heute 47 Jahre alt) nicht einen Tag seines Lebens in seinem Ausbildungsberuf arbeiten dürfen. Kein Weißer gab ihm einen Job als Schreiner. Er arbeitete als Pizzabäcker, Hausmeister und was weiß ich noch alles, um seine Familie zu ernähren, seinen Kindern eine gute Ausbildung bieten zu können. Er ist King seines Clans, engagiert sich für seine Mitmenschen, ist intelligent und gebildet – in meinen Augen wäre er der beste Bürgermeister, den sich Wilcannia wünschen könnte. Doch warum geht das nicht?
Weil …. ein Bürgermeister hier nicht gewählt wird, sondern mittels Stellenausschreibung, wie in irgendeinem anderen Job, gesucht wird. Diese Stellenausschreibung verlangt z.B. einen Akademiker, aber nicht, dass dieser den Ort auch nur kennen müsse, oder seine Menschen, seine Probleme, seine Bedürfnisse. Pervers oder?
Dasselbe gilt aber auch für den Polizeichef und den Schuldirektor. Beide Jobs werden grundsätzlich mit Auswärtigen besetzt und sind auf min. 2 Jahre begrenzt. Zur besseren Vorstellung, es ist wie allerorts bekannt: ein relativ erfolgloser, unbeliebter, frustrierter, gemobbter, Polizist oder Lehrer, lässt sich nach Sibirien versetzen, in unserem Falle nach Wilcannia, in seiner Vita steht nun Polizeichef /Schuldirektor. Nach 2 Jahren kann er sich wieder versetzen lassen, allerdings als Chef / Direktor mit Erfahrung, und an einen attraktiveren Ort, so macht man Karriere!!! Und …. neue Besen kehren gut, in diesem Sinne bringen sie ihre eigenen rules (Gesetze und Vorschriften) mit, nach 2 Jahren kommt der Nächste mit neuen rules – wen interessiert schon die Community und ihre Menschen? Nie bekommen die Gemeindemitglieder und ihre Kinder eine Chance auf Kontinuität. Nie erfahren sie Achtung und Respekt. Wie soll man sich kennenlernen, miteinander über Sorgen und Nöte reden, planen und durchführen, Vertrauen aufbauen und auch erfüllen können, wenn jeder nur auf der Durchreise ist?
Und schafft es ein Einheimischer, durch einen persönlichen Kraftakt, sich auszubilden, um seinen wertvollen Beitrag für die Community leisten zu können, ein eigenes Business aufzumachen, dann wird der Behördenweg ein so unendlich langer, werden seine Briefe und Anträge jahrelang liegengelassen, wird er ausgebootet, werden ihm finanzielle Unterstützungen versagt. Mich wundert 1., dass das Alkoholproblem ein nicht noch viel größeres ist, als es schon ist und 2., dass diese ewig unterdrückten Menschen nicht brennend und mordend durch die Straßen ziehen.
Als die ersten Weißen ins Land kamen, Strafgefangene und ihre Bewacher, vertrieben sie durch die Anlagen von Sträflingslagern, Siedlungen und Weidestationen die Ureinwohner aus ihren Jagd- und Stammesgebieten. Sie betrachteten die Eingeborenen, eher als Tiere, denn als Menschen und als diese sich erbittert zur Wehr setzten war die Bestrafung für jeden getöteten Weißen fürchterlich und dehnte sich auf Frauen und Kinder aus.
1816 erließ die Britische Regierung die „Proclamation of Native Outlawry“, die erlaubte, dass Aborigines von Weißen ungestraft getötet werden durften. Über dieses dunkelste Kapitel ihrer Geschichte in Australien wollen die Briten nichts mehr hören, es wird in ihren Geschichtsbüchern nicht erwähnt. Ebenso wenig wie die „lost Generation“. Bis in die 1970er Jahre trennten Regierung und Kirche ca. 100.000 Aborigine-Kinder von ihren Eltern und brachten sie in Missionen und bei Pflegefamilien unter, weil nach ihrer Meinung die „Wilden“ nicht in der Lage waren Kinder aufzuziehen.
Die Neuseeländischen Maoris, mit dem ihnen vorauseilenden Ruf als Kannibalen und kompromisslose Krieger, lehrten ihre Feinde das Fürchten, errangen von Anfang an mehr Rechte und besetzen heute mehr und mehr einflussreiche Positionen im Land. Ihr Haka (Kriegstanz) wird noch immer auf den Sportfeldern getanzt – und ich gestehe, ich finde ihn furchteinflößend aber faszinierend animalisch. Außerdem zeigt sich, dass Angst machen, ein probates Mittel ist, um Respekt zu erlangen.
Es ist zum verrückt werden, Peter und ich, fanden auch gemeinsam mit Uncle Colin, keine praktikable Variante, wie wir diesen Menschen persönlich helfen könnten. Um die Herrscher der Stadt auszustechen, oder ihnen wenigstens in die Suppe zu spucken, fehlt uns das Geld und Beziehungen nach oben haben wir erst recht nicht. Uncle Colin weiß aus leidvoller persönlicher Erfahrung, dass seine Stimme außerhalb seiner Community, auch kein Gewicht hat.
Deshalb bin ich heute so traurig. Froh aber auch über diese Tage, in denen wir so viel lernen durften und phantastischen Menschen begegnet sind. Dankbar sind wir über die neuen Einblicke in das wahre Australien und seine echten Menschen.
Heute Abend geben wir unsere Gegeneinladung zum Dinner. Ich mache ein Beef Stew (Rindseintopf mit Zwiebeln, Süßkartoffeln, Karotten, grünen Bohnen und Kürbis) und bin schon neugierig wie es bei unseren Gästen ankommen wird. Beim BBQ, bei Tony und Candela, war mein Sweet Potatoe Mash (Kartoffelpüree) DER Hammererfolg. Tony nahm 5 x Nachschlag (und das, obwohl ich keine Muskatnuss hatte). Ich habe schon festgestellt, mit Gewürzen kennen sie sich nicht so aus und so kann ich mit Moni’s Geheimrezepten punkten and tell them – that I am „cooking with love“.
So spinne ich ein wenig weiter, wir könnten ein heruntergewirtschaftetes Roadhouse übernehmen. Erfahrung, wie so etwas zu funktionieren hat um erfolgreich zu sein, machen wir gerade ausführlich. Die Trucker, die Road Train Captains, sind die wichtigste Kundschaft, natürlich neben all den Reisenden (eventuell auch den Backpackern) die den australischen Kontinent sowieso ständig durchqueren. Ein freundliches Lächeln, saubere Sanitäranlagen mit heißem Wasser und Wasch- und Trockenautomat, sollte nach meinen Vorstellungen, so ein Haus vorweisen können (für die Backpacker vielleicht auch noch ein Hängemattenhaus nach mexikanischem Vorbild), einen Mini-Shop für das Nötigste und darüber hinaus guuuutes Essen. Was wir on the road bisher so angeboten bekommen, ist sehr unterschiedlich. In White Cliffs z.B. eine traumhafte Quiche, aber auch fish and chips, wo der Fisch in seiner Panade im Öl ersäuft, oder eine Sausage (Wurst) die seit Stunden in ihrem Teigmantel herumgelegen sein musste – ungenießbar.
Ich höre schon die Road Captains im CB-Funk durchsagen:
„hi Guys on the road, come and visit Monica’s roadhouse at highway No1 and enjoy the best meal you ever had… she offers homemade Austrian kitchen ….delicious …. see you at Monica’s!”
Meine Männer wollen tauchen, tauchen, tauchen, aber ich muss ja auch etwas vernünftiges zu tun haben und hungrige Männer satt kriegen, DAS kann ich gut. Die Ladies hängen auch immer Zettel auf, für die harten Jungs von der Straße „ihr seid Gentleman – vergesst das nicht – fluchen am Tresen ist nicht erlaubt“ , das finde ich gut :-)
Der Abend bei Kings wurde wieder laaaaang. Ich bin leider immer die Erste die aufgibt, die anderen … oh meine Herren … scheinen tagelang ohne Schlaf auskommen zu können. David sollte verheiratet werden, die Braut erschien vor Ort, das Haus in Wilcannia steht auch schon bereit. Family, Clan, allen voran Uncle Colin, unternehmen alle Anstrengungen um uns for ever hier zu halten. Und wir ???? wir möchten einerseits aus ganzem Herzen helfen, weil wir mit unserem Können und Wissen wirklich gut sein würden, für die Community, weil sie unsere Herzen im Sturm gewonnen haben, weil wir uns zwischen diesen herzlichen Menschen so wohl fühlen wie David. Aber ohne eine Chance hier auch Geld zu verdienen – geht nicht. Andererseits ist Wilcannia auch einige Kilometer zu weit von jedem Ozean entfernt, für die Taucher ….. wir sind ziemlich zwiegespalten …… will see, no worries, der Abschied war tränenreich und eins steht fest, see you……, our friends and family in Wilcannia.
Donnerstag, 2. September 2010
August 9th - White Cliffs
Von Wilcannia, keine 100 km entfernt, wird die Landschaft karger und karger und dann tauchen zwei Hügel auf – White Cliffs – intelligent besiedelt, im Tal kann nämlich schon mal, nach heftigen Regengüssen, alles unter Wasser stehen.
Tatsache, hier könnt ich es schon mal eine Zeit lang aushalten.
White Cliffs ist der Hammer – Opal Minen wohin das Auge reicht -
200 Abenteuerlustige und Schatzgräber leben hier und ich fühle mich herrlich.
Es ist ziemlich warm (jetzt im Winter - im Sommer hat es hier schon mal 50 Grad), kein Wunder, dass man fast keinen Menschen sieht, alle leben oder arbeiten unterirdisch. Meine Männer stimmen meinem Vorschlag - holt mich doch in 4 Wochen wieder ab – nicht spontan zu.
Aber es dauert nur ca. 1 Stunde, dann bekomme ich einen Verbündeten – David, fand meinen Eifer gerade noch kindisch - fängt plötzlich selbst an Steine zu klopfen und dann schleppt er plötzlich drei große, glitzernde ins Auto. (Sie kriegen einen Platz neben meinen Muscheln). Da der Sonnenuntergang naht, wird für morgen gleich nochmal ein zweiter Besuch eingeplant. Ich will nämlich unbedingt in einen Stollen einsteigen. Haha … von wegen, ich wäre die einzige in unserer Familie mit einem Knall!
Während er klopft, schaue ich mich ein wenig um und entdecke ein Nest der „Bull Ants“, große schwarze Ameisen, die bis zu 2 cm groß werden und Kriegerameisen mit gut ausgeprägten Zangen haben, wenn die zwicken, macht‘s ganz schön aua.
Ich weiß, so mancher denkt, Australien sei voll gefährlicher Viecher. Schlangen, Spinnen, Krokodile und ….Also, wir liefen inzwischen durch Mangroven Wälder, den tropischen Regenwald und das Outback. Schauen definitiv bei jedem Schritt, wohin wir ihn setzen, sehen so manches Tier, das seinen Lebensraum hier hat, waren aber bisher keiner ernsthaften Bedrohung ausgesetzt. Es ist wie in Deutschland über die Strasse zu gehen, erst links, dann rechts, dann geradeaus – und im Baumgebiet auch nach oben - wegen der Spinnen und Baumschlangen.
Auf dem Rückweg sitzt ein großes rotes Känguru (180 cm) am Straßenrand, gut getarnt mit rotem Fell auf roter Erde und die Kamera ist nicht griffbereit. Leider wartet es nicht – Chance verpasst.
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| White Cliffs |
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| Tourist information und hausgemachte Quiche! Superlecker! |
Tatsache, hier könnt ich es schon mal eine Zeit lang aushalten.
White Cliffs ist der Hammer – Opal Minen wohin das Auge reicht -
200 Abenteuerlustige und Schatzgräber leben hier und ich fühle mich herrlich.
Es ist ziemlich warm (jetzt im Winter - im Sommer hat es hier schon mal 50 Grad), kein Wunder, dass man fast keinen Menschen sieht, alle leben oder arbeiten unterirdisch. Meine Männer stimmen meinem Vorschlag - holt mich doch in 4 Wochen wieder ab – nicht spontan zu.
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| so leben die einen zum Glück war sie unbesetzt, als ich mich neugierig um die runde Ecke schlich |
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| so die anderen |
Opal or not?
Aber es dauert nur ca. 1 Stunde, dann bekomme ich einen Verbündeten – David, fand meinen Eifer gerade noch kindisch - fängt plötzlich selbst an Steine zu klopfen und dann schleppt er plötzlich drei große, glitzernde ins Auto. (Sie kriegen einen Platz neben meinen Muscheln). Da der Sonnenuntergang naht, wird für morgen gleich nochmal ein zweiter Besuch eingeplant. Ich will nämlich unbedingt in einen Stollen einsteigen. Haha … von wegen, ich wäre die einzige in unserer Familie mit einem Knall!
Bull Ants (2 cm große Ameisen)
Während er klopft, schaue ich mich ein wenig um und entdecke ein Nest der „Bull Ants“, große schwarze Ameisen, die bis zu 2 cm groß werden und Kriegerameisen mit gut ausgeprägten Zangen haben, wenn die zwicken, macht‘s ganz schön aua.
Ich weiß, so mancher denkt, Australien sei voll gefährlicher Viecher. Schlangen, Spinnen, Krokodile und ….Also, wir liefen inzwischen durch Mangroven Wälder, den tropischen Regenwald und das Outback. Schauen definitiv bei jedem Schritt, wohin wir ihn setzen, sehen so manches Tier, das seinen Lebensraum hier hat, waren aber bisher keiner ernsthaften Bedrohung ausgesetzt. Es ist wie in Deutschland über die Strasse zu gehen, erst links, dann rechts, dann geradeaus – und im Baumgebiet auch nach oben - wegen der Spinnen und Baumschlangen.
Auf dem Rückweg sitzt ein großes rotes Känguru (180 cm) am Straßenrand, gut getarnt mit rotem Fell auf roter Erde und die Kamera ist nicht griffbereit. Leider wartet es nicht – Chance verpasst.
August 7th – Cobar
Papa ist wieder ausgeruht und entspannt und die Wäsche gewaschen. Papa Driver übergibt das Steuer an Sohn Driver und wir finden die Ankündigungen bestätigt „Back of Bourke“, also „dort wo der Pfeffer wächst“ ist nicht mehr viel. Wilde Ziegen, die aber vor Autos Reißaus nehmen und totgefahrene Wildschweine, die anscheinend nicht so intelligent waren. Kaum noch eine Farmzufahrt, doch eine, sehr große, Zufahrt verboten - steht auf dem Schild, einige Kilometer weiter, der selbe Name, die selbe Warnung!
Ach ja, und unseren ersten Emu Papa mit 5 Kindern sahen wir heute. Direkt am Straßenrand führte er die kleinen zum Lunch. So etwas Unverantwortliches! Als David abbremste, hob er leicht seine Flügel um breiter auszusehen – eine unmissverständliche Drohgebärde gegen das Motorhome. Ließ sich aber keineswegs einschüchtern als wir ganz langsam an ihnen vorbeifuhren. Ich war so gebannt, dass ich vergaß die Kamera einzuschalten. (Die Kleinen waren so süß, mit kleinen hellen Streifen oder Punkten, ähnlich wie Wildschwein-Frischlinge sie haben.) Was fällt meinen beiden Babymördern spontan ein – mmmmhh die müssen lecker schmecken!
David traf in Bourke eine Freundin, die er aus Wilcannia kennt, eine Krankenschwester, die während ihres 4-jährigen Studiums, Praktikazeiten in diversen Hospitals erwerben muss. Nach einer Woche in Bourke ist für sie schon klar, sie will wieder zurück nach Wilcannia, hier ist es ihr zu hektisch. (Anmerkung der Redaktion: Dazu ist zu bemerken, dass Bourke 2.145 Einwohner zählt, Wilcannia nur 596.)
Überhaupt, wer sich erst mal in das australische Landleben eingelebt hat, der wird Schwierigkeiten haben, sich in einem anderen Leben zurechtzufinden. Wir haben uns ja schon den typischen Aussie-Gang angewöhnt, seeehr bedächtig und gemächlich. Keiner bewegt sich hier hektisch. Auch die Lieblingssportarten Golf und Bowling bringen keinen ins Schwitzen und machen die eleganten weißen Klamotten nicht dreckig.
So etwas wie Ladenöffnungszeiten gibt es grundsätzlich nicht. Außer die großen Lebensmittelketten „Coles oder Wollworth“. Diese haben in den Städten an 7 Tagen die Woche und beinahe rund um die Uhr geöffnet. Die privaten Läden werden halt geöffnet oder auch nicht, wie es dem Besitzer gerade gefällt. Nach 4.30 p.m. ist auf dem Lande alles dicht und Schilder wie „out for fishing“, sagen uns auch vorher schon, wo er sich gerade aufhält. Freizeit und Hobby ist der Aussies höchstes Gut und daran lassen sie nicht rütteln. Sogar Autovermietungen oder manches Office eines Campground sind nicht länger geöffnet. Da steht dann der später ankommende Reisende kopfschüttelnd vor dem Schild „see you tomorrow“.
No worries – wir müssen lernen, uns nicht mehr über peanuts aufzuregen.
In Bourke fallen wir nicht nur wegen unserer Kleidung auf, der aktuelle Style ist aus den 80ern, sondern auch dadurch, dass wir den einen Kilometer vom Campground in die City zu Fuß gehen. Keiner geht zu Fuß, der einen fahrbaren Untersatz hat. Ich möchte nicht wissen, was das Gesprächsthema heute im Club ist „Did you see this crazy people – walking on the street? – tourists!“
Und auf dem Campground fallen wir auch aus dem Rahmen, weil wir Jeans tragen und keine Jogginghosen. David möchte so gerne, dass wir das Touri-Image verlieren, sieht aber ein, dass das so schnell nicht möglich ist, weil wir mit einem riesigen rental Apollo Motorhome sowieso auffallen, dann meine Ed Hardy Cap auch ein Eye catcher ist und mein andauerndes Blitzlichtgewitter mich eindeutig nicht als „local“ (Einheimische) ausweist. Sei’s drum, noch sind wir Urlauber und ich will mich auch als solche benehmen dürfen.
Heute Abend macht David Cobar unsicher. Seine Freundin (die aus Bourke) schwärmt von einem Pub, für dessen Saturday Night fever, die Locals hunterte Kilometer weit anreisen. Life Music und …. keine Ahnung was noch, werden geboten. Cobar war einmal eine blühende Goldgräberstadt, heute ist die Mine stillgelegt, viele Shops stehen leer und der Bär steppt nur noch Samstags Nacht. Enjoy it – every day is a good day, las ich im vorbeifahren auf einer Werbetafel.
Ach ja, und unseren ersten Emu Papa mit 5 Kindern sahen wir heute. Direkt am Straßenrand führte er die kleinen zum Lunch. So etwas Unverantwortliches! Als David abbremste, hob er leicht seine Flügel um breiter auszusehen – eine unmissverständliche Drohgebärde gegen das Motorhome. Ließ sich aber keineswegs einschüchtern als wir ganz langsam an ihnen vorbeifuhren. Ich war so gebannt, dass ich vergaß die Kamera einzuschalten. (Die Kleinen waren so süß, mit kleinen hellen Streifen oder Punkten, ähnlich wie Wildschwein-Frischlinge sie haben.) Was fällt meinen beiden Babymördern spontan ein – mmmmhh die müssen lecker schmecken!
David traf in Bourke eine Freundin, die er aus Wilcannia kennt, eine Krankenschwester, die während ihres 4-jährigen Studiums, Praktikazeiten in diversen Hospitals erwerben muss. Nach einer Woche in Bourke ist für sie schon klar, sie will wieder zurück nach Wilcannia, hier ist es ihr zu hektisch. (Anmerkung der Redaktion: Dazu ist zu bemerken, dass Bourke 2.145 Einwohner zählt, Wilcannia nur 596.)
Überhaupt, wer sich erst mal in das australische Landleben eingelebt hat, der wird Schwierigkeiten haben, sich in einem anderen Leben zurechtzufinden. Wir haben uns ja schon den typischen Aussie-Gang angewöhnt, seeehr bedächtig und gemächlich. Keiner bewegt sich hier hektisch. Auch die Lieblingssportarten Golf und Bowling bringen keinen ins Schwitzen und machen die eleganten weißen Klamotten nicht dreckig.
So etwas wie Ladenöffnungszeiten gibt es grundsätzlich nicht. Außer die großen Lebensmittelketten „Coles oder Wollworth“. Diese haben in den Städten an 7 Tagen die Woche und beinahe rund um die Uhr geöffnet. Die privaten Läden werden halt geöffnet oder auch nicht, wie es dem Besitzer gerade gefällt. Nach 4.30 p.m. ist auf dem Lande alles dicht und Schilder wie „out for fishing“, sagen uns auch vorher schon, wo er sich gerade aufhält. Freizeit und Hobby ist der Aussies höchstes Gut und daran lassen sie nicht rütteln. Sogar Autovermietungen oder manches Office eines Campground sind nicht länger geöffnet. Da steht dann der später ankommende Reisende kopfschüttelnd vor dem Schild „see you tomorrow“.
No worries – wir müssen lernen, uns nicht mehr über peanuts aufzuregen.
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| Campground Bewohner |
Und auf dem Campground fallen wir auch aus dem Rahmen, weil wir Jeans tragen und keine Jogginghosen. David möchte so gerne, dass wir das Touri-Image verlieren, sieht aber ein, dass das so schnell nicht möglich ist, weil wir mit einem riesigen rental Apollo Motorhome sowieso auffallen, dann meine Ed Hardy Cap auch ein Eye catcher ist und mein andauerndes Blitzlichtgewitter mich eindeutig nicht als „local“ (Einheimische) ausweist. Sei’s drum, noch sind wir Urlauber und ich will mich auch als solche benehmen dürfen.
Heute Abend macht David Cobar unsicher. Seine Freundin (die aus Bourke) schwärmt von einem Pub, für dessen Saturday Night fever, die Locals hunterte Kilometer weit anreisen. Life Music und …. keine Ahnung was noch, werden geboten. Cobar war einmal eine blühende Goldgräberstadt, heute ist die Mine stillgelegt, viele Shops stehen leer und der Bär steppt nur noch Samstags Nacht. Enjoy it – every day is a good day, las ich im vorbeifahren auf einer Werbetafel.
August 5th - Bourke
Ob der Port daran schuld war, oder was auch immer, wir haben herrlich geschlafen und keiner musste frieren.
Wir fahren an den General Store, wollen dort Toastbrot kaufen, das tiefgefrorene lehnen wir aber ab. Um unseren Beitrag zum wirtschaftlichen Überleben zu leisten, erwerben wir ein Glas Nescafe. Wenige Schritte weiter lockt ein handgeschriebenes Schild zum breakfast.
No breakfast, sorry, erklärt der Besitzer, ihm ist die Köchin davon gelaufen, sorry …. Wir gucken uns um und stellen aus Höflichkeit nicht unsere brennendste Frage: wann??? 1970???
Ganz ehrlich, in diesen kleinen Ghost towns ist die Zeit stehengeblieben. Alles sieht aus wie in einem alten Western und wir fragen uns wieder einmal, wovon leben diese Menschen? Man sieht viele Alte, wenige Junge und sogar das eine oder andere Kind. Wer macht die Kinder, ist meine nächste Frage? Die Durchreisenden – kommt die Antwort von Peter – wie aus der Pistole geschossen, deshalb sind sie auch so wahnsinnig freundlich!!! Ich überlege, wer weiß, vielleicht hat er ja Recht?
Heute lassen wir es ganz gemütlich angehen, bis Bourke sind es nur gute 300 km und so darf ich unterwegs nach Herzenslust Emus schießen und wir sehen unzählige. Gott sei Dank gibt es entlang des Highways Rinderzäune, sodass wir zumindest keine toten Emus am Straßenrand bedauern müssen, denn am Zaun halten auch sie sich gerne auf.
Bourke glänzt mit einigen beeindruckenden Bauten vom Ende des 18. Jahrhunderts. Der Anteil der Aborigines macht hier ein Drittel der Bevölkerung aus.
Überall der Schriftzug „Back o‘ Bourke“, was nichts anderes bedeutet wie „hinter Bourke“ = „dort wo der Pfeffer wächst“, na, dann werden wir ja einige Leute treffen, die wir in der Vergangenheit genau dort hin gewünscht haben
Hinter Bourke wird die Welt nochmals anders, rauh und friedlich ist die Halbwüste aus roten Ebenen, Hitze, Staub und Fliegen. Hier hört das Weideland auf, Siedlungen werden noch rarer. Wir nehmen die einzige befestigte Straße nach Cobar und von dort ist‘s nur noch ein Katzensprung von ca. 300 km nach Wilcannia.
Ich studiere die Stellenanzeigen, der örtliche Radiosender sucht einen Assistant Manager, ein Cafe jemanden der zum Team passt, 2 Reinigungskräfte für Hotels werden gesucht, ein ortskundiger Taxifahrer und jemand für eine Landschaftsgärtnerei. Ich finde diesen Querschnitt gar nicht so schlecht für das Outback. David ist sofort an der Stelle beim Radio interessiert, 1-2 Monate als Radiosprecher, etwas Neues reizt ihn schon wieder. Nicht, dass er sich morgen bewerben geht und uns alleine weiterreisen lässt!
Nach den Tagen in der Wildnis und ohne Strom, sitzen wir heute alle Drei und klopfen auf unsere Tasten, ich muss meine handschriftlichen Hieroglyphen übertragen, die Bilder auf webfähiges Format verkleinern. Mucksmäuschenstill ist es im MoHo, nur der Heizlüfter läuft (dieKlimaanlage hat schon lange ihren Geist aufgegeben) juhu und heizt unser Gefährt auf sommerliche 25 Grad auf.
Vielleicht legen wir morgen einen Pausentag ein, für mich zum Wäsche waschen, für unseren Driver, um seine Verspannungen zu lockern, schließlich ist er in den letzten Tagen fast 2000 km gefahren. Und unser Sohn, mannomann, ich sage nur „in jedem Hafen eine Braut“ :-) und Bourke ist schon „sein Stammesgebiet“.
Wir fahren an den General Store, wollen dort Toastbrot kaufen, das tiefgefrorene lehnen wir aber ab. Um unseren Beitrag zum wirtschaftlichen Überleben zu leisten, erwerben wir ein Glas Nescafe. Wenige Schritte weiter lockt ein handgeschriebenes Schild zum breakfast.
No breakfast, sorry, erklärt der Besitzer, ihm ist die Köchin davon gelaufen, sorry …. Wir gucken uns um und stellen aus Höflichkeit nicht unsere brennendste Frage: wann??? 1970???
Ganz ehrlich, in diesen kleinen Ghost towns ist die Zeit stehengeblieben. Alles sieht aus wie in einem alten Western und wir fragen uns wieder einmal, wovon leben diese Menschen? Man sieht viele Alte, wenige Junge und sogar das eine oder andere Kind. Wer macht die Kinder, ist meine nächste Frage? Die Durchreisenden – kommt die Antwort von Peter – wie aus der Pistole geschossen, deshalb sind sie auch so wahnsinnig freundlich!!! Ich überlege, wer weiß, vielleicht hat er ja Recht?
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| Am General Store wird so Geld gesammelt für die Klassenfahrt der Kinder - gute Idee wie wir fanden - wer sagt, dass der Trevi Brunnen (Fontana di Trevi) nur in Rom stehen darf? |
Heute lassen wir es ganz gemütlich angehen, bis Bourke sind es nur gute 300 km und so darf ich unterwegs nach Herzenslust Emus schießen und wir sehen unzählige. Gott sei Dank gibt es entlang des Highways Rinderzäune, sodass wir zumindest keine toten Emus am Straßenrand bedauern müssen, denn am Zaun halten auch sie sich gerne auf.
Bourke glänzt mit einigen beeindruckenden Bauten vom Ende des 18. Jahrhunderts. Der Anteil der Aborigines macht hier ein Drittel der Bevölkerung aus.
Überall der Schriftzug „Back o‘ Bourke“, was nichts anderes bedeutet wie „hinter Bourke“ = „dort wo der Pfeffer wächst“, na, dann werden wir ja einige Leute treffen, die wir in der Vergangenheit genau dort hin gewünscht haben
Hinter Bourke wird die Welt nochmals anders, rauh und friedlich ist die Halbwüste aus roten Ebenen, Hitze, Staub und Fliegen. Hier hört das Weideland auf, Siedlungen werden noch rarer. Wir nehmen die einzige befestigte Straße nach Cobar und von dort ist‘s nur noch ein Katzensprung von ca. 300 km nach Wilcannia.
Ich studiere die Stellenanzeigen, der örtliche Radiosender sucht einen Assistant Manager, ein Cafe jemanden der zum Team passt, 2 Reinigungskräfte für Hotels werden gesucht, ein ortskundiger Taxifahrer und jemand für eine Landschaftsgärtnerei. Ich finde diesen Querschnitt gar nicht so schlecht für das Outback. David ist sofort an der Stelle beim Radio interessiert, 1-2 Monate als Radiosprecher, etwas Neues reizt ihn schon wieder. Nicht, dass er sich morgen bewerben geht und uns alleine weiterreisen lässt!
Nach den Tagen in der Wildnis und ohne Strom, sitzen wir heute alle Drei und klopfen auf unsere Tasten, ich muss meine handschriftlichen Hieroglyphen übertragen, die Bilder auf webfähiges Format verkleinern. Mucksmäuschenstill ist es im MoHo, nur der Heizlüfter läuft (dieKlimaanlage hat schon lange ihren Geist aufgegeben) juhu und heizt unser Gefährt auf sommerliche 25 Grad auf.
Vielleicht legen wir morgen einen Pausentag ein, für mich zum Wäsche waschen, für unseren Driver, um seine Verspannungen zu lockern, schließlich ist er in den letzten Tagen fast 2000 km gefahren. Und unser Sohn, mannomann, ich sage nur „in jedem Hafen eine Braut“ :-) und Bourke ist schon „sein Stammesgebiet“.
4th day – Red Earth
Endlich haben wir „mein rotes Land“ erreicht.
Das Land von dem ich immerzu träumte. Diese Farbe ist unbeschreiblich schön. Ich möchte sie fotografieren, sie skizzieren – mit meinen Rötelkreiden – und weiß nicht, ob ich überhaupt eine Möglichkeit finden werde, ihre wirkliche Schönheit festzuhalten. Nächtliche 5 Grad im Motorhome, tagsüber erträgliche 20 Grad, falls der Wind nicht zu toll pfeift. Das ist winterliches Wüstenklima.
Trotzdem, ich bin dem Zauber der Wüste verfallen.
Man grüßt sich im Outback. Der Driver hebt die Hand vom Lenkrad, signalisiert ich habe dich gesehen. Wenige Menschen, seltene Kontakte und schon ist man sich näher. Sollte man eine Panne haben, ein Unfall passieren, eine Schlange beißen – der nächste Vorbeikommende wird seine Hilfe anbieten und das gibt ein tolles Gefühl von Sicherheit.
Unser Auge ist inzwischen geschult, wir erkennen an Baum- und Buschformationen, an der Dichte des Bewuchses, ob ein Fluss in der Nähe ist, oder nur Grundwasser.
Diese Windräder werden von Farmern installiert, um das Grundwasser in die Billabongs hochzupumpen – das überlebensnotwendige Nass für alles Leben in der Wüste.
Und keiner sollte denken, dass die Wüste karg wäre. Ich traue meinen Augen nicht, als ich an einer Rest Area, mit sweet water, Shower und Public Toilete
auch der „Ohrenkaktus“ , ebenfalls ein hervorragender Wasserspeicher, erreicht locker 3 m Höhe.
Es hat heftig geregnet, vor 3 Tagen und das Wunder geschieht „die Wüste lebt“, trocken geglaubte Büsche tragen plötzlich grün und Blüten sprießen.
Pfützen stehen – zur Freude aller Tiere – denn die in Jahrmillionen getrocknete Erde ist nicht in der Lage, all das Wasser auf einmal aufzunehmen.
Am Nachmittag (ja, meine rasenden Ritter verzichten darauf die letzen geplanten 50 km auch noch abzureißen, weil die Kängurus im Minutentakt vor unserem Auto hin und her über die Straße hüpfen, von Wasserloch zu Wasserloch, wir schon eine Echse plattgefahren haben und auf den Abschuss eines Roos verzichten können) landen wir in Wyandra.
Eine Geisterstadt mit 60 Überlebenden,
aber … mit einem erwähnenswerten „Hobby-Campground“. Hier handelt es sich um eine Übernachtungsmöglichkeit, welche von der Community geschaffen wurde und auch gepflegt wird, in diesem Falle sogar mit heißer Dusche, WC, fließendem Wasser und Lagerfeuerstelle. Wird bisher nur von freiwilligen Spenden der Durchreisenden finanziert und ist, nach unserer Meinung, ein ganz wundervoller, erhaltenswerter Platz.
Wir lernen eine interessante Lady kennen, Eve, eine Schottin die vor 40 Jahren nach Australien kam, als Nurse (Krankenschwester) gearbeitet hat und seit ihrer Rente vor 10 Jahren, mit ihrem selbst ausgebauten Mobilhome den Kontinent bereist. Wahnsinn, diese Frau, mit ihren beiden kleinen Hündchen lebt die ultimative Freiheit. Wie sie erzählt, hat sie zu Beginn ihrer Reise ihren Laptop verkauft, weil man den im Urlaub ja nicht mehr braucht, ihre Rentenzahlung hebt sie an irgendeiner Bank, in irgendeiner Stadt ab und dazwischen lebt sie. Sie fährt nur ca. 500 km pro Woche (das ist unser angepeilter Tagesschnitt) bleibt, wo es ihr gefällt und solange sie will. Trotzdem hat sie auf dies Weise schon den ganzen riesigen Kontinent bereist, inzwischen bevorzugt sie die Plätze, die auf keiner Karte verzeichnet sind.
Mit Peter diskutiert sie ewig über Harleys, sie beweist Fachkenntnis und hat die unterschiedlichsten Modelle gefahren. Ich kann euch sagen – zum ersten Mal, seit langer Zeit, beneide ich einen Menschen. Diese Frau, in Jogginghosen und ohne Zähne im Mund, beneide ich. Und als ich sie frage, warum sie das tut, antwortet sie: „Wenn ich zu Hause sitze, schaue ich nur die Wand an, auf meinen Reisen verändern sich die Wände und ich lerne immer wieder neue interessante Menschen kennen.“ Dem kann ich nicht widersprechen.
Nach unserem herrlichen Dinner aus Kürbisrisotto und Grillfleisch, sitzen wir am Lagerfeuer, trinken den süßen, an der Küste, in der kleinen Winery erstandenen Port und sind uns einig, that’s our Life!
Das Land von dem ich immerzu träumte. Diese Farbe ist unbeschreiblich schön. Ich möchte sie fotografieren, sie skizzieren – mit meinen Rötelkreiden – und weiß nicht, ob ich überhaupt eine Möglichkeit finden werde, ihre wirkliche Schönheit festzuhalten. Nächtliche 5 Grad im Motorhome, tagsüber erträgliche 20 Grad, falls der Wind nicht zu toll pfeift. Das ist winterliches Wüstenklima.
Trotzdem, ich bin dem Zauber der Wüste verfallen.
Man grüßt sich im Outback. Der Driver hebt die Hand vom Lenkrad, signalisiert ich habe dich gesehen. Wenige Menschen, seltene Kontakte und schon ist man sich näher. Sollte man eine Panne haben, ein Unfall passieren, eine Schlange beißen – der nächste Vorbeikommende wird seine Hilfe anbieten und das gibt ein tolles Gefühl von Sicherheit.
Unser Auge ist inzwischen geschult, wir erkennen an Baum- und Buschformationen, an der Dichte des Bewuchses, ob ein Fluss in der Nähe ist, oder nur Grundwasser.
Diese Windräder werden von Farmern installiert, um das Grundwasser in die Billabongs hochzupumpen – das überlebensnotwendige Nass für alles Leben in der Wüste.
Und keiner sollte denken, dass die Wüste karg wäre. Ich traue meinen Augen nicht, als ich an einer Rest Area, mit sweet water, Shower und Public Toilete
auch der „Ohrenkaktus“ , ebenfalls ein hervorragender Wasserspeicher, erreicht locker 3 m Höhe.
Es hat heftig geregnet, vor 3 Tagen und das Wunder geschieht „die Wüste lebt“, trocken geglaubte Büsche tragen plötzlich grün und Blüten sprießen.
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| Elefantenfuß Baum die dicken Beine sind perfekte Wasserreservoire |
Pfützen stehen – zur Freude aller Tiere – denn die in Jahrmillionen getrocknete Erde ist nicht in der Lage, all das Wasser auf einmal aufzunehmen.
Am Nachmittag (ja, meine rasenden Ritter verzichten darauf die letzen geplanten 50 km auch noch abzureißen, weil die Kängurus im Minutentakt vor unserem Auto hin und her über die Straße hüpfen, von Wasserloch zu Wasserloch, wir schon eine Echse plattgefahren haben und auf den Abschuss eines Roos verzichten können) landen wir in Wyandra.
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| General Store |
aber … mit einem erwähnenswerten „Hobby-Campground“. Hier handelt es sich um eine Übernachtungsmöglichkeit, welche von der Community geschaffen wurde und auch gepflegt wird, in diesem Falle sogar mit heißer Dusche, WC, fließendem Wasser und Lagerfeuerstelle. Wird bisher nur von freiwilligen Spenden der Durchreisenden finanziert und ist, nach unserer Meinung, ein ganz wundervoller, erhaltenswerter Platz.
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| Aussie Humor |
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| Public Kitchen |
Mit Peter diskutiert sie ewig über Harleys, sie beweist Fachkenntnis und hat die unterschiedlichsten Modelle gefahren. Ich kann euch sagen – zum ersten Mal, seit langer Zeit, beneide ich einen Menschen. Diese Frau, in Jogginghosen und ohne Zähne im Mund, beneide ich. Und als ich sie frage, warum sie das tut, antwortet sie: „Wenn ich zu Hause sitze, schaue ich nur die Wand an, auf meinen Reisen verändern sich die Wände und ich lerne immer wieder neue interessante Menschen kennen.“ Dem kann ich nicht widersprechen.
Nach unserem herrlichen Dinner aus Kürbisrisotto und Grillfleisch, sitzen wir am Lagerfeuer, trinken den süßen, an der Küste, in der kleinen Winery erstandenen Port und sind uns einig, that’s our Life!
August 4th - auf Goethe’s Spuren
Ich blicke aus meinem Seitenfenster und fühle mich wie „Johann Wolfgang von..“ auf seiner Reise von Weimar nach Österreich. Er beschwerte sich über die rasende Geschwindigkeit seiner Pferdekutsche, die ihm das Schreiben und Zeichnen während der Fahrt unmöglich machte.
Auch an mir rast die gelbe Steppe vorbei, gesprenkelt mit braunen Rindern, weißen Schafen, Gruppen von Emus und vereinzelt einem Riesenkänguru.
Und wie Goethe, wünschte ich mir längere Pausen, nicht nur in den Orten mit den Tankstellen oder beim Einkaufen. Ich würde gerne anhalten, die karge Schönheit des Landes ausführlicher genießen, mehr Einzelheiten von Flora und Fauna beobachten und die Eindrücke in mich aufsaugen. Aber leider, meine Reisegefährten denken anders, sie wollen Kilometer machen, tun so, als hätten wir immer irgendwo einen dringenden Termin und ich werde demokratisch überstimmt. (Alle erfahrenen Outback Fahrer bestätigten uns, dass 350 km ein guter Tageschnitt wären, doch seither versuchen wir täglich die 500km-Marke zu knacken) So suche ich dann abends, nach dem Küchendienst (heute hat David das übernommen – danke mein Sohn!) beim Schreiben und Ausarbeiten der Bilder die Ruhe und Muße, all das Neue und Schöne zu konservieren. Wenn ich dann ins Bett falle, bin ich viel zu müde, um noch denken oder träumen zu können.
So unbeschreiblich wunderschön, beruhigend ist diese Landschaft. Ich bin ganz zufrieden, wenn ich alleine hinten sitzen kann, nicht höre was im Cockpit gesprochen wird, dieser Eintönigkeit in mir Raum geben kann – das Land in Stille lieben kann – es ist heilsam und meditativ.
Auch an mir rast die gelbe Steppe vorbei, gesprenkelt mit braunen Rindern, weißen Schafen, Gruppen von Emus und vereinzelt einem Riesenkänguru.
Und wie Goethe, wünschte ich mir längere Pausen, nicht nur in den Orten mit den Tankstellen oder beim Einkaufen. Ich würde gerne anhalten, die karge Schönheit des Landes ausführlicher genießen, mehr Einzelheiten von Flora und Fauna beobachten und die Eindrücke in mich aufsaugen. Aber leider, meine Reisegefährten denken anders, sie wollen Kilometer machen, tun so, als hätten wir immer irgendwo einen dringenden Termin und ich werde demokratisch überstimmt. (Alle erfahrenen Outback Fahrer bestätigten uns, dass 350 km ein guter Tageschnitt wären, doch seither versuchen wir täglich die 500km-Marke zu knacken) So suche ich dann abends, nach dem Küchendienst (heute hat David das übernommen – danke mein Sohn!) beim Schreiben und Ausarbeiten der Bilder die Ruhe und Muße, all das Neue und Schöne zu konservieren. Wenn ich dann ins Bett falle, bin ich viel zu müde, um noch denken oder träumen zu können.
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| Von diesen 10 cm Heuschrecken fielen in Wilcannia 2 Wochen lang Tausende ein – erzählt uns David |
So unbeschreiblich wunderschön, beruhigend ist diese Landschaft. Ich bin ganz zufrieden, wenn ich alleine hinten sitzen kann, nicht höre was im Cockpit gesprochen wird, dieser Eintönigkeit in mir Raum geben kann – das Land in Stille lieben kann – es ist heilsam und meditativ.
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| meditative Pause |
August 3rd - der Highway ist kein Ponyhof
Gegen Sonnenuntergang erreichen wir Winton – ein reizendes kleines Städtchen im Western Style,
finden einen netten ebenen Platz zum Übernachten, hinter einem Hotel , eingerahmt von Arno’s Wall – es wird nichts weggeschmissen im Outback – die Wall ist phantasievolle Zeugin der Zivilisation.
Wir haben heute knappe 500 km zurückgelegt. 200-300 km lang kommt rein gar nichts, kein Ort, kein Haus. Schafzucht verdrängt immer mehr die Rinderzucht, nicht einmal ein Fahrzeug begegnet uns. Außer, vielleicht jede Stunde einmal ein Road Train – und dann die Straßenbaustelle mitten im Nichts und ich verstehe nicht ganz, woran hier so ein Aufwand getrieben wird und warum?
Die sealed road (asphaltierte Straße) schneidet sich schnurgerade durch die Steppe und verliert sich im Horizont. Alle hundert Kilometer ungefähr, zweigt rechts oder links eine unseald road ab, mit oder ohne Gattertor, mit oder ohne Namensschild, Zufahrten zu Farmen, auch diese Wege verlieren sich am Horizont und nie ist ein Farmhaus zu sehen. Ich frage mich unweigerlich, was hier ein Hektar Land wohl kostet?
Die Viehherden ziehen durch riesige Areale, der Bauer hat keine Arbeit mit mähen, wenden, Heu einbringen, Silage machen, die Tiere fressen das Heu direkt von der Weide, vermehren sich in ihrem natürlichen Rhythmus und kein Tierarzt ist bei der Geburt anwesend. Wir können eine riesige Schafherde beobachten, die von zwei motorisierten Hirten zur Schur zusammengetrieben wird. Hauptsächlich um Mütter mit Jungtieren handelt es sich und meine Kannibalen schwärmen von „Osterlamm mit Rosmarin vom Rost“. Ok ich habe auch Hunger, aber Babymord?
Die Herden folgen ihrer Witterung kilometerweit zum nächsten Billabong (Wasserloch). Unterwegs schließen sich Emus der Wanderung an. Am Abend tauchen dann auch die Kängurus auf, um vom lebensnötigen Nass zu naschen. Die Rinder haben nur entfernt Ähnlichkeit mit den Rindern die wir kennen. Kleiner wirken sie, zarter, unwillkürlich fällt mir der Begriff „Wildrind“ ein (vgl. Wildpferde). Ohne hormonell getunte Rieseneuter, keine bayerischen Turbo-Milch-Produzenten.
Sehr viele Tiere leben in dieser scheinbar unwirtlichen Region. Abends um 5 kommen die Kängurus zum Abendessen,
Emus halten sich mitten in den Tierherden auf, gut getarnt durch ihr gräuliches Federkleid, das die selbe Tönung trägt wie das Steppengras. Durch lautes Schreien machen wir uns gegenseitig aufmerksam – so in der Art: Emu steuerbord am Wasserloch, großes rotes Känguru auch steuerbord, (David wirft ein, dass die Roten ganz besonders gut schmecken), großes schwarzes Roo backbord, Känguru Herde backbord und voraus die riesigen Vögel am Straßenrand …. ich komme mit schauen und knipsen nicht immer hinterher. Traurig ist, wie viele totgefahrene Tiere wir zählen.
Unsere heutigeTagesausbeute sind: mehrere hundert Kängurus (wirklich, oft alle 10 m eines), 2 braune Dingos, 1 schwarzer Wildschweinkeiler, 1 Kuh (nicht auf der Straße, aber am Weidezaun) unzählige verschiedene Pelz- und Federknäuel, die wir ohne forensische Hilfe nicht mehr eindeutig identifizieren können. Zu hoffen bleibt, dass die Road Trains sie abschießen, denn diese sind mit starken Bull Bars ausgerüstet, unser Mobilehome hat so etwas nämlich nicht.
Bizarres Kadaverraten ergibt sich bei diesen Anblicken. Wir unterscheiden schon ein frisches, von einem aufgeblähten 2-3 Tage alten und folgend sämtliche Verwesungszustände. Die vielen Raubvögel delektieren sich schon tagsüber und zeigen sich als wahre Hasardeure bei annäherndem Fahrzeug, Aasfresser, Fliegen, Ameisen, Larven und Bakterien tun ihr Werk im Dunkel, im Unsichtbaren – nach 1-2 Wochen werden auch die letzen Spuren verschwunden sein.
Trotz strengster Wasserrationierung, nach 3 Tagen ist von unseren 100 Litern Frischwasser (ohne Trinkwasser) nichts mehr vorhanden und morgen brauchen wir wieder einen Campground um Wasser aufzufüllen, grey water abzulassen und das WC in den dump point zu entleeren. Wir lernen den Wert von Frischwasser neu kennen, denn 100 Liter aufgeteilt auf 3 Erwachsene und 3 Tage, sind nur noch 10 Liter pro Person/Tag (excl. Trinkwasser) aber das Spülwasser ist mit eingerechnet. Auch das kann jeder einmal ausprobieren – 10 Liter Wasser für alles, inkl. spülen, exkl. Trinken.
Ja und ….. um uns an Strom anzuhängen, damit ich meine handschriftlichen Notizen in den Laptop klopfen kann, denn während der meist sehr holprigen Fahrt entstehen unleserliche Kritzel und ich habe am Abend Probleme sie zu entziffern. Die Batterieleistung hält meiner Schreibwut nicht stand.
Bin ich froh, dass wir heute wieder einen solchen Platz gefunden haben und, obwohl bis nach 5 auf der Piste, ohne Crash gelandet sind. Alles ist vorhanden, nur leider kein Internet. Na ja, Bilder kann ich bearbeiten, Texte tippen und irgendwann sie auch wieder ins Netz stellen.
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| Winton Advertising |
finden einen netten ebenen Platz zum Übernachten, hinter einem Hotel , eingerahmt von Arno’s Wall – es wird nichts weggeschmissen im Outback – die Wall ist phantasievolle Zeugin der Zivilisation.
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| Arno's Wall |
Wir haben heute knappe 500 km zurückgelegt. 200-300 km lang kommt rein gar nichts, kein Ort, kein Haus. Schafzucht verdrängt immer mehr die Rinderzucht, nicht einmal ein Fahrzeug begegnet uns. Außer, vielleicht jede Stunde einmal ein Road Train – und dann die Straßenbaustelle mitten im Nichts und ich verstehe nicht ganz, woran hier so ein Aufwand getrieben wird und warum?
Die sealed road (asphaltierte Straße) schneidet sich schnurgerade durch die Steppe und verliert sich im Horizont. Alle hundert Kilometer ungefähr, zweigt rechts oder links eine unseald road ab, mit oder ohne Gattertor, mit oder ohne Namensschild, Zufahrten zu Farmen, auch diese Wege verlieren sich am Horizont und nie ist ein Farmhaus zu sehen. Ich frage mich unweigerlich, was hier ein Hektar Land wohl kostet?
Die Viehherden ziehen durch riesige Areale, der Bauer hat keine Arbeit mit mähen, wenden, Heu einbringen, Silage machen, die Tiere fressen das Heu direkt von der Weide, vermehren sich in ihrem natürlichen Rhythmus und kein Tierarzt ist bei der Geburt anwesend. Wir können eine riesige Schafherde beobachten, die von zwei motorisierten Hirten zur Schur zusammengetrieben wird. Hauptsächlich um Mütter mit Jungtieren handelt es sich und meine Kannibalen schwärmen von „Osterlamm mit Rosmarin vom Rost“. Ok ich habe auch Hunger, aber Babymord?
Sehr viele Tiere leben in dieser scheinbar unwirtlichen Region. Abends um 5 kommen die Kängurus zum Abendessen,
Emus halten sich mitten in den Tierherden auf, gut getarnt durch ihr gräuliches Federkleid, das die selbe Tönung trägt wie das Steppengras. Durch lautes Schreien machen wir uns gegenseitig aufmerksam – so in der Art: Emu steuerbord am Wasserloch, großes rotes Känguru auch steuerbord, (David wirft ein, dass die Roten ganz besonders gut schmecken), großes schwarzes Roo backbord, Känguru Herde backbord und voraus die riesigen Vögel am Straßenrand …. ich komme mit schauen und knipsen nicht immer hinterher. Traurig ist, wie viele totgefahrene Tiere wir zählen.
Unsere heutigeTagesausbeute sind: mehrere hundert Kängurus (wirklich, oft alle 10 m eines), 2 braune Dingos, 1 schwarzer Wildschweinkeiler, 1 Kuh (nicht auf der Straße, aber am Weidezaun) unzählige verschiedene Pelz- und Federknäuel, die wir ohne forensische Hilfe nicht mehr eindeutig identifizieren können. Zu hoffen bleibt, dass die Road Trains sie abschießen, denn diese sind mit starken Bull Bars ausgerüstet, unser Mobilehome hat so etwas nämlich nicht.
Bizarres Kadaverraten ergibt sich bei diesen Anblicken. Wir unterscheiden schon ein frisches, von einem aufgeblähten 2-3 Tage alten und folgend sämtliche Verwesungszustände. Die vielen Raubvögel delektieren sich schon tagsüber und zeigen sich als wahre Hasardeure bei annäherndem Fahrzeug, Aasfresser, Fliegen, Ameisen, Larven und Bakterien tun ihr Werk im Dunkel, im Unsichtbaren – nach 1-2 Wochen werden auch die letzen Spuren verschwunden sein.
Trotz strengster Wasserrationierung, nach 3 Tagen ist von unseren 100 Litern Frischwasser (ohne Trinkwasser) nichts mehr vorhanden und morgen brauchen wir wieder einen Campground um Wasser aufzufüllen, grey water abzulassen und das WC in den dump point zu entleeren. Wir lernen den Wert von Frischwasser neu kennen, denn 100 Liter aufgeteilt auf 3 Erwachsene und 3 Tage, sind nur noch 10 Liter pro Person/Tag (excl. Trinkwasser) aber das Spülwasser ist mit eingerechnet. Auch das kann jeder einmal ausprobieren – 10 Liter Wasser für alles, inkl. spülen, exkl. Trinken.
Ja und ….. um uns an Strom anzuhängen, damit ich meine handschriftlichen Notizen in den Laptop klopfen kann, denn während der meist sehr holprigen Fahrt entstehen unleserliche Kritzel und ich habe am Abend Probleme sie zu entziffern. Die Batterieleistung hält meiner Schreibwut nicht stand.
Bin ich froh, dass wir heute wieder einen solchen Platz gefunden haben und, obwohl bis nach 5 auf der Piste, ohne Crash gelandet sind. Alles ist vorhanden, nur leider kein Internet. Na ja, Bilder kann ich bearbeiten, Texte tippen und irgendwann sie auch wieder ins Netz stellen.
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