Vorsicht mit den Träumen - sie könnten in Erfüllung gehen!



Buddha sagt: "Laufe nicht der Vergangenheit nach und verliere dich nicht in der Zukunft. Die Vergangenheit ist nicht mehr. Die Zukunft ist noch nicht gekommen. Das Leben ist hier und jetzt."







Donnerstag, 11. November 2010

Monsunregen

... ich bibbere! Der Tauchcomputer zeigt 24 Grad, aber es regnet und stürmt und als ich heute morgens um 8 meinem Geburtstagskind-Ehemann seinen English Breakfast Tea auf die Terrasse serviere, fröstle ich. Die Männer haben wieder Taucheinsatz, bei rough sea ist die Sicht natürlich shit (aber immer noch 100 % besser als in bayerischen Seen) doch zur Ausbildung gehört auch das.

Die Hauptstrasse in Sairee steht unter Wasser und wir sind wieder einmal froh, dass wir in den hills wohnen, das Wasser stürzt auch hier wie ein Wildbach zu Tale, doch es bleibt zumindest nicht stehen. Ob wir heute zu unserem Geburtstags-/Hochzeitstags-Essen gehen können wird sich zeigen, wenn es weiter regnet, müssen wir den Ausflug verschieben.


Doch bald ist die Monsun-Zeit wieder zu Ende und die Christmas Peak Season kann beginnen.

Mittwoch, 10. November 2010

Koh Tao's happy dive students

bekommen von mir auch einen Kalender
und welche überraschende Feststellung treffe ich bei der Selektion der Bilder? 

Zeit ist blau wenn sie mal Pause macht


Also Jörg und Franzi, Nadine, Tobias und Rossana - hier ist Euer herrliches Andenken an einen Traumurlaub  und Eure ersten Tauchscheine
zum selber behalten oder weiter verschenken an Freunde und Familie. 

Was haltet Ihr davon?

Der heftige Monsun Regen hält mich im Haus gefangen.
Gott sei Dank habe ich jetzt Internet - Peter hat mir einen Stick gebracht und die Verbindung funktioniert sogar einigermaßen.

So beschäftige ich mich mit "Winter-Aktivitäten" wie Bilder sortieren. Aus tausenden Fotos unserer Australien Reise habe ich die schönsten ausgewählt, dabei entstand die Idee, verschiedene Kalender zu produzieren.


AUSTRALIAN IMPRESSIONS 2011
Kalender 1


AUSTRALIAN UNDERWATER 2011
Kalender 2


AUSTRALIAN TEA TREA LAKE 2011
Kalender 3


So ein schöner Bildkalender auf Hochglanz gedruckt - wäre vielleicht sogar ein hübsches Geschenk!
Den Preis kann ich Euch noch nicht sagen, der hängt von der Druckauflagenzahl ab.

Wer also Interesse hat und einen Kalender bestellen will, tut das bitte schnell und gibt sowohl die
Nummer des Kalenders  1,2 oder 3 an und die gewünschte Menge.


Samstag, 6. November 2010

Chart na – Wiedergeburt

Aus dem thailändischen Alltag - Buddhismus ist keine Religion sondern eine Lebenseinstellung


Der gütig lächelnde Buddha ist geradezu versessen auf Lotusblüten und Räucherstäbchen. Deshalb achtet jede Familie darauf, dass immer frische Blumengirlanden, die in jedem Haus und Geschäft stehenden Schreine schmücken (zur Not tun‘s auch Orchideen)


Der Thai Alltag ist bunt und der Ursprung dazu liegt sowohl in der farbenprächtigen tropischen Flora, als auch in dem tiefverwurzelten Aberglauben der Thais. Es gibt hunderte von Geistern, von deren Wohlwollen es abhängig ist, ob wir einen Tag gut überstehen.

Aus diesem Grund tragen wir z.B. am Dienstag Pink und am Donnerstag Orange. Das ist in unseren Augen kein Problem für die Damenwelt, aber Männer mit pinkfarbenen oder orangen Socken oder Hemden, daran muss unser europäisches Auge sich erst gewöhnen. (Vielleicht kann ich meinen Männern entsprechende Taschentücher in die Hosentaschen schmuggeln?)

Auf allen Schiffen gibt es einen Bereich, der dem Schiffsgeist vorbehalten bleibt. Meist ist es der Bug, geschmückt mit bunten Stoffstreifen und Blumen und mit roter Farbe bemalt, ist er Tabuzone für Passagiere und Taucher. Zuwiderhandelnde wirft der Kapitän über Bord. Jawohl, genau so erklären die Tauchlehrer das ihren Schülern. Über Bord werfen ist sehr schlimm, in den Augen eines Thai, denn diese können meist nicht schwimmen und haben große Angst vor dem Wasser, weshalb sie Tauchern einem gewissen Respekt entgegenbringen.



Den Mönchen im wat (Tempel) überreicht man mit tiefer wai (Verbeugung) – (darauf achten, dass unser Kopf tiefer ist, als der des Mönchs), einen Kreung san tan (bunter Plastik-Korb mit Seife, Chips, Bananen, Zucker und Instantkaffee), das ist es, was ein Mönch für zwei Tage zum Leben braucht  (ziemlich ungesund in meinen Augen)



Welche Dinge wir im wat opfern, hat Einfluss auf unser Leben – deshalb lieber auf Nummer sicher gehen und von Allem etwas darbringen.


Blumen für die Schönheit
     Geld für Reichtum
          Arzneien für die Gesundheit
               Kerzen zur Erleuchtung

Möchte „Frau“ sich etwas Gutes tun, schenkt sie ihrem Gefährten ein Armband aus Elefantenhaar, denn das gilt als Potenzmittel.

Elefanten und Löwen schmücken Eingänge nicht nur, sie haben auch für Schutz und Reichtum zu sorgen.

In Sunisa’s Straßenrestaurant, steht außerhalb der Sitzplätze der Gäste, ein kleiner Schemel mit frischem Wasser und Obst, um die Geister vom Betreten des Restaurants abzuhalten.

Unser Kamikaze Fahrer in Chumpon kann ohne Sorgen sämtliche pop gun (Verkehrsregeln) missachten, denn er vertraut auf seinen/unseren Schutz durch pop pong (Schutz durch Geister), weswegen sein Rückspiegel voller Amulette und Girlanden hängt, die die Sicht durch die Windschutzscheibe minimieren, ihn/uns aber vor dem Unfalltod bewahren.

Darüber hinaus achtet er darauf, die Zahl 9 (Glückszahl) in seinem Kennzeichen zu tragen, nicht jedoch die 4 (Zahl des Todes).
Unter unserem Dach leben viele Geckos, sie sind ein Hinweis auf ein gutes gam (Karma).

Ob auch unsere übrigen „Haustiere“ etwas mit Karma oder Geistern zu tun haben, müssen wir noch herausfinden, ebenso, welche Hausnummer unser Haus hat, eingezogen sind wir leider am 4. – hoffentlich hat das nichts Böses zu bedeuten :-).

Beim Buddha, Peter muss unseren Scooter umtauschen, sein Kennzeichen ist auch die 4.


Im Dschungel-Vorgarten, unter einem Riesenstein, unter unserer Veranda lebt
Iguana – der ca. 1,5  m lange Leguan (aasfressende Echse),


der jedoch auch das Stück Toastschinken das ich ihm hinwerfe, nicht verschmäht.  Das schilfähnliche Gras steht sonst meterhoch, durch den Regen wurde es niedergedrückt  und gibt neue Perspektiven frei.


schmeckt gut, sagt David, bei den Mexikanern eine Delikatesse

Ich entdeckte ihn gestern, als David für uns mit der Machete hinausging um Papaya, Bananen und Kokosnuss zu ernten, da unser Speiseplan frische Vitamine braucht.

Aufgrund der Wetterbedingungen kam der gesamte Schiffsverkehr tagelang zum Erliegen. Die Touristen konnten keine Fähre nutzen, aber auch das Versorgungsschiff (die Nachtfähre) erreichte uns nicht. Deshalb kam es zu Versorgungsengpässen. Keine Eier, keine Zigaretten, kein frisches Fleisch, Obst und Gemüse, aber auch kein Fisch, weil die Fischer entweder nicht auslaufen konnten, oder wenn doch, dann nichts fingen. Doch seit gestern läuft das Leben wieder seinen normalen Gang. Die Fähren transportieren wieder, die Flughäfen Koh Samui und Phuket sind aus der Überschwemmung aufgetaucht, Peter ist heute wieder in See gestochen und die Regale in den Märkten werden wieder aufgefüllt.





Dienstag, 2. November 2010

Reiseagentur

Viel Aufwand haben wir in den vergangenen Wochen in unsere Reiseseite gesteckt




Jetzt ist das Angebot umfrangreicher, beinhaltet sämtliche
Kategorien von günstig bis exklusiv

darüber hinaus bieten wir zusätzlich die Vermittlung von

privaten Langzeit-Objekten an für
Winterflüchtlinge und Ruheständler

So, ich mache mich wieder auf den Weg, neue Resorts besuchen und besichtigen,
meine Taucher haben momentan low-season, denn die raue See lässt während der 
Monsun-Zeit, Tauchgänge nicht jeden Tag zu.


Sonntag, 31. Oktober 2010

First Visa-Run

Ein perfekter Monsun-Tag, ein unperfekter Reise-Tag. Vormittags um 10 betraten wir die Fähre. Der hypermoderne Lomprayah-Speed-Catamaran würde uns in eineinhalb Stunden nach Chumpon bringen.




Unsere Insel versank hinter grauem Regenschleier und was uns draußen im Golf von Thailand erwartete, nennen die Seebären und Taucher „rough sea“.

Sehr still saßen wir in diesem komfortablen Riesenboot, froren ein wenig, weil die Klimaanlage gegen die    27 Grad Außentemperatur ankämpfte und, aus unerfindlichem Grund, die Passagiere auf Kühlschrankniveau abkühlen wollte. Lasen in unseren Krimis und waren insgeheim froh und dankbar, dass Mama an die Tabletten gegen Seekrankheit gedacht hatte.


Auf die Minute pünktlich legten wir in Chumpon an, wo, aufgrund unserer Klebesticker, die Spreu vom Weizen geteilt wurde. Sprich, die Touristen auf Durchreise und die Visa-Runner. Wir drei und noch ein Deutscher, waren die einzigen, die den Mini-Bus bestiegen. Keiner sprach ein Wort, zwei Mal hielt der Bus in Chumpon und ließ zwei weitere Männer zusteigen. Niemand unterhielt sich. Hinter Chumpon, stoppte uns eine Straßensperre. Ein Visa-Run ist eine völlig legale Angelegenheit, in der Lichtgrauzone. Trotzdem war die Stimmung angespannt. Unser Fahrer gab eine kurze Erklärung ab, wir wurden weitergewunken. Dschungel links und rechts, vereinzelte Behausungen. Waren wir noch in Thailand oder war das vorhin eine Grenzsperre? Keine Ahnung. 3 Stunden dauerte die Fahrt, gute Straßen, der Busfahrer ein Hasardeur, ohne Rücksicht auf doppelte Sperrlinie, uneinsichtliche Kurven oder Kuppen, überholte er LKW’s und Kolonnen. Es gab keine Haltegriffe zum Festhalten, deshalb stieg ich völlig verkrampft und mit Muskelkater in Ranong aus.

„Andaman Club“ verkündete das pompöse Riesenschild, das Areal am Meer wirkte wie ein Luxus-Yachtclub nur ohne Yachten. Unser Fahrer winkte uns durch eine große Glastür, in einen riesigern Raum, einige Schalter, Personal in beeindruckenden Uniformen. (Ich erwähnte es bereits, der „Zauber der Montur“, viel Gold Epauletten, Rot und Schwarz ist der Thai Leidenschaft). Wir peilten den Immigration Desk an. Pässe vorzeigen, die bei der ersten Einreise erhaltenen Formularen, diesmal zur Ausreise, abstempeln lassen.

Wir suchten die Waschräume auf, standen unschlüssig herum, der Magen knurrte, 3 Uhr und kein Mittagessen, und nun? Madam, drängt mich ein Uniformierter und zeigte auf einen langen Pier – please go! Wohin, warum? Go, go … drängte er und David kapierte als Erster. Wir fahren jetzt mit dem Boot nach Myanmar (ehemals Burma). Ach ja, wir waren noch in Thailand, dort drinnen hing ja auch das Königspaar an der Wand. Ich fühlte mich benommen von der Fahrerei, mit hungrigem Magen, unterzuckert. Die kleine Menschgruppe hastete im Regen über den Pier, ein neues Schnellboot wartete, wieder mit Kühlschranktemperatur. Die Überfahrt dauerte keine 20 Minuten, wir setzten unseren Fuß auf burmesischen Boden. Eine kleine Insel mit einem Luxus-Resort wieder ein „Andaman Club“ wie auf der thailändischen Seite. Einreisestempel in den Pass und schon wurden wir wieder in einen Mini-Bus verfrachtet, den Berg hinaufgefahren und vor dem Luxus-Resort ausgeladen. 45 Minuten Zeit hatten wir, mit der Möglichkeit zum duty free shoppen, einen Casinobesuch oder einen Besuch des Restaurants. Wir hatten Hunger und Durst!



Irre tolles Hotel, riesig, luxuriös, bombastisch, Schiebefenster bis zum Boden, bequeme Lounge Sessel und einen Blick bis hinüber nach Thailand. Die Speisekarte auf burmesisch, nur 2 Worte für uns identifizierbar, Burger und Pizza, genau das bestellten wir und Cola und Orangensaft. Nach 35 Minuten Glockenläuten, ein Page in Uniform mit einer Tafel in der Hand, der Bus fährt in 10 Minuten. Wir hatten zwar unsere Getränke, aber kein Essen. Als wir aufstanden, kamen die Burger und die Pizza an, wurden in Styropor verpackt und wir gedachten, sie auf dem Schiff zu verspeisen.

Ein Bissen in den Burger und David würgte ihn wieder aus, verdorbenes Fleisch, meine Pizza ein Matschhaufen, Tiefkühlware halb aufgetaut und nicht ganz durch. Dafür hatte ich knappe 1000 Baht bezahlt, (25 EUR) dafür können wir auf Koh Tao im edelsten Steak-Restaurant, pro Person ein 300 g Filetsteaks mit Püree und Gemüse und einem Gin-Tonic genießen. Eine unglaubliche Frechheit, ich kochte vor Wut, dabei verging mir Gott sei Dank auch der Hunger.

Wieder legten wir in Ranong an, die gleiche Prozedur nochmals, nur diesmal mit Einreisevisum für weitere 2 Monate. Was für ein Kasperltheater dachte ich, erfunden, um diversen Stellen Geld zuzuschieben, der Andaman Club, der offensichtlich das meiste absahnt, hat das Visa-Run-Business nach Burma völlig in seiner Hand.

Die Bus-Rückfahrt nach Chumpon verlief wie die Herfahrt, nur dass es dunkel wurde und der Kamikaze Fahrer noch waghalsigere Manöver durchführte. Kein Ton war im Bus zu hören, vielleicht weil jeder für sich am beten war. Um 20:30 setzte er uns dennoch wohlbehalten am Suriwong Hotel ab. Dem Stundenhotel, das wir schon von unserer Ankunft in Thailand in guter Erinnerung hatten. Übernachtung für 3 zum Preis von 500 Baht, das sind 4,16 EUR pro Person. Da kann man nicht meckern. Großes Zimmer, Queensize Betten, sauberes Badezimmer. Aber jetzt mussten wir etwas zwischen die Zähne kriegen. Nahmen uns nicht wirklich Zeit zur Auswahl des Lokales, mein Cat Fish war spicy und so lala, die Männer hatten eine etwas bessere Wahl getroffen.

Vor dem Schlafengehen noch eine Malaria-Prophylaxe – Gin Tonic, 3 für jeden, zur Sicherheit und dann war ich bettreif. Die Männer noch nicht. Setzten mich ab, fragten vor der Türe nach einer Bar und landeten auch in einer solchen. Bar in Thailand bedeutet, bunte Lämpchen an Türe und Fenstern und professionelle Frauen drinnen. Wenn der Vater mit dem Sohne … eine sprach sogar einigermaßen Englisch, meine Männer erfuhren einiges über das Gewerbe in Thailand und kamen um drei zurück ins Hotel.

Nicht wirklich ausgeruht und frisch rief ich um 9 bei Lomprayah an, um den Pick-up-Service zu Suriwong zu bestellen. Dort wo wir abends die Malaria-Medizin eingenommen hatten, genehmigten wir uns ein anständiges Frühstück und traten bei strahlendem Sonnenschein die Rückfahrt an. Auf dem Pick-up lernten wir ein deutsches Paar kennen. Lars und Alex, die Arme war angeschlagen. Magen- und Darmkrämpfe seit sie von Bangkok abgereist waren und sah ziemlich blass aus um die Nase. Ich verteilte großmütig Perenterol (für den Verdauungstrakt) und die Pillen gegen Seekrankheit, weil ich dachte, alles zusammen muss nun wirklich nicht sein.



Wir hatten keine Lust mehr auf Kühlschrank und verzogen uns aufs Sonnendeck. Sonnig war es in der Tat und warm, aber bei Windstärke 5 und wieder heftigem Seegang. Wir klammerten uns an Sitzen und Geländern fest, konnten jedoch die angeboten Tüten dankend ablehnen. Im Passagierraum roch es anders. Die eine oder andere Tüte war wohl zu spät gereicht worden.

Zeit genug, um unseren neuen Bekannten unser Paradies-Inselchen schmackhaft zu machen, ich brachte sie in einem Silver Sands Resort Bungalow unter, organisierte noch einen Ingwer-Tee für Alex und morgen fängt Lars seinen Open Water Kurs an, Peter hat ihm Appetit darauf gemacht. Wenn Alex wieder ganz auf dem Damm ist und er nach 4 Tagen seinen Schein hat, werden sie einige Fun Dives gemeinsam unternehmen und unsere farbenprächtige Unterwasserwelt kennenlernen.

Schön, wieder zu Hause zu sein, war das sehr starke und glückliche Gefühl in meiner Brust, als ich meine beiden Gäste auf dem Pick-up zum Resort begleitete.

Der nächste Run startet am 20. Dezember in Richtung Laos. Zuerst mit der Fähre nach Chumpon, dann mit dem Bus nach Bangkok (Übernachtung am Airport) am nächsten Morgen von Bangkok mit dem Flieger nach Udon Thani und von dort mit dem Taxi über die Grenze nach Vientiane (Hauptstadt von Laos). Dann können wir uns gemütlich Zeit lassen, unser neues Visum beantragen, ein bisschen Land und Leute erleben, am riesigen Mekong Fluss sitzen, Weihnachten auf ganz andere Art und Weise erleben als bisher. Am 26. treten wir die Rückreise an, kommen am 27. an und dann wartet hoffentlich das big business auf uns. Viele Europäer, die sich über den Jahreswechsel wärmere Temperaturen gönnen wollen und ein paar nette Tauchgänge.

Ach ja, Sunisa, unsere Lieblings-Thai-Köchin, hat gestern Abend Peter und mich zu ihren Consultants ernannt. Plötzlich fragte sie uns um Rat, bezüglich Marketing und Planung und Kalkulation. Voller Eifer steckten wir noch um 23:00 die Köpfe zusammen und ich war heute Vormittag mit der Ausarbeitung ihrer Marketing Aktivitäten beschäftigt. Sie wird künftig auch 4-Gänge- Menüs anbieten (die müssen genau kalkuliert sein), als Thai-cooking-teacher soll ich sie vermarkten, Thai-Kochkurse bei ihr veranstalten, auf Englisch und Deutsch ihr Tun kommentieren. Zum Jahreswechsel ist in Thailand überall riesiges BBQ üblich, wir planen und kalkulieren gemeinsam, ich werde ihr wahrscheinlich bei den Vorbereitungen zur Hand gehen und mich vielleicht auch auf die Strasse stellen und grilled big prawns, porc, corn, jacket potatos, chicken and fish verkaufen – ich finds toll.

Und mit Tante Wu, im Tante-Emma-Laden hier oben in den hills, lerne ich Thai. Ein Buch habe ich in Chumpon gefunden – English-Thai. Doch Tante Wu muss mit mir Aussprache & Tonfall üben, denn das ist die ganz große Kunst an der Sache. Verschiedene Betonung, unterschiedliche Bedeutung. Statt unserer 26 Schriftzeichen, haben die Thai 70. Aber das mit der Schrift ist eine andere Sache, ich bin schon froh, wenn ich demnächst einmal ein paar Worte mehr sprechen und das eine oder andere Wort verstehen kann.



Nachtrag:
Es ist 17:30, das Telefon läutet, David meldet die Vorhersage eines Taifuns. Seine Tauchschule, Buddha View, liegt im Süden, in einer geschützten kleinen Bucht und während des Tages sind dort Dutzende Fischerboote und sogar große Frachter eingelaufen, suchen Schutz vor dem kommenden Unwetter. Na toll, danke für die Warnung, ohne Internet kriege ich hier oben am Berg ja nichts mit und ich habe den Tag zum konzentrierten Arbeiten genutzt. Saß seit 9:00 auf unserem neuen bamboo bed, den Laptop auf den Knien und habe Übersetzungen vom Montra Resort gemacht und das Marketing für Sunisa. Hoffentlich erreiche ich Peter noch telefonisch, dass er von einer Garküche etwas zum Essen mitbringt, der Kühlschrank ist leer und mein Magen auch.
Auch in unserer Bucht laufen mit dem auflandigen Wind, ein Schiff nach dem anderen ein – Kapitäne sind ja die ersten, die auf Unwetterberichte hören müssen. Peter ruft zurück, Garküchen machen alles dicht, alles wird verrammelt, es scheint ernst zu werden. Ich schließe zum ersten Mal unsere Fenster, weil mir sonst der Wind die Kerzen im Wohnraum auspustet und fange an zu schwitzen, die Terrasse räume ich noch rasch leer, ich möchte nicht, dass uns alles um die Ohren fliegt.
Taifun, was bedeutet das? Bald werden wir es wissen. Aber, tröste ich mich, wir liegen ja auf der „guten Seite“ der Insel – dem Festland zugewendet und haben den Golf von Thailand, im Rücken.

Neuer Morgen: Der Taifun hat sich wo auch immer ausgetobt, unsere Heimat, ihre Bewohner und die Schiffe blieben vor Schaden verschont. Danke Buddha :-)

Montag, 25. Oktober 2010

Lebensretter

Wir haben Besuch, am Homeoffice Vormittag, an dem wir gemeinsam an unserer Webseite arbeiten, um am Nachmittag möglichst viele Seiten online stellen können. Es arbeitet sich halt doch ungestörter zu Hause, ohne Musik aus allen Lautsprechern und ohne Besucher am „Schreibtisch im Cafe Corner“.




Der Mann mit dem coconut monkey taucht vor unserem Haus auf und der kleine Lebensretter macht sich ans Werk. Von der exponiertesten Palme an unserem Dschungel-Zugangsweg, holt er sage und schreibe 21 Kokosnüsse herunter.



Danke Mamaaa, daß du so verantwortungsvoll an uns denkst, den Pflücker bestellst und diese Kosten auf dich nimmst, denn die Nüsse sind überreif, donnern mit Getöse aus 30 m Höhe zu Boden und wenn uns eine davon aufs Haupt fällt … dann gute Nacht.


nur 3 m von unserer Terrassenbrüstung entfernt - die Warnung ist eindringlich

Im Gegensatz zur Gottesanbeterin, hat er leider gar keine Lust auf eine Foto-Session
und knurrt mich ziemlich unfreundlich an, als ich mit der Kamera näher rücke – denn die Palme an unserer Terrasse ist nicht weiter als 3 m entfernt.

Dive Students


Nadine aus Germany, Rosana und Tobias die beiden Schweizer, beendeten heute ihren OWD mit Bravour. Nicht jeder, der Urlaub auf Koh Tao macht, kommt als Taucher hier an, oder mit dem Plan tauchen zu gehen oder tauchen zu lernen.




Nadine hatte uns im Cafe Corner angesprochen, weil sie erfreut war, ihre Muttersprache zu hören und weil sie noch ein wenig planlos war nach ihrer Ankunft. Als Kind war sie mit Papa tauchen und seitdem nicht mehr. Aber neugierig ist sie und an Mut fehlt es ihr auch nicht.
Also begleitete sie Peter zu einem Scuba Dive (Schnuppertauchen)



danach war ihr klar, selbst tauchen lernen ist besser, als nur an der Hand gehalten zu werden. Außerdem fühlt sich jeder Neuankömmling nach kürzester Zeit bei DJL zu Hause als Teil der großen Taucher-Familie.



Rosana und Tobias kannte sie schon, begeisterte auch diese beiden für die Tauchidee und am nächsten Tag hieß es erst einmal Theorie büffeln, am übernächsten Tag die Theorie im Pool in die Praxis umsetzen und danach waren sie fit für ihren ersten open water dive.





Fascinating creature

Es ist Nachmittag, wir sitzen auf der Terrasse und ich lese einen Krimi. Versuche zu lesen…
Wir haben einen Tag frei, Peter’s zweite Studentengruppe beendete gestern ihren OWD-Kurs und wir waren mit der ganzen DJL Truppe, inkl. Boss Tim, beim Steak essen. 250 Baht bzw. 6,75 EUR für ein 300 g Filet in Burgundersauce …. zum Niederknien und Peter glücklichST, so ein schönes, saftiges, mürbes Stück Beef ist schließlich auch ein Männertraum. Heute ist Sonntag und ausruhen angesagt, nackt herumliegen auf der Terrasse, die weißen Hautflecken leicht anrösten. Es ist sehr heiß, hat seit Tagen nicht geregnet und ich bette mich alle paar Minuten um, war schon 3x duschen und Eiswasser holen zur Abkühlung.




Gerade komme ich wieder durch die Türe und da sitzt sie. Dieses grazile grüne Geschöpf. Ganz vorsichtig bewege ich mich zurück, hole die Kamera und hoffe, dass sie sich nicht wegfliegt. Langsam schiebe ich meine Hand mit Kamera näher und näher, sie sitzt ganz still, guckt mich an, bzw. die Kamera, ja ehrlich sie guckt. Ich drücke den Auslöser, sie hebt elegant ihr rechtes Vorderbein, ich bin so nahe, dass ich sehen kann, wie sie über ihr Bein leckt, es vielleicht von den Resten ihrer letzten Mahlzeit reinigt.


 Faszinierend! Sie macht Bewegungen in Zeitlupe, steht minutenlang vollkommen still. Ihr Kopf bewegt sich, sie legt ihn schief, ich habe das Gefühl sie beobachtet mich und die Kamera, post wie ein Fotomodell.


Immer wieder streckt sie ihre Fühler, ihre Vorderbeine in Richtung Kamera aus, ganz behutsam reiche ich ihr meinen Finger, sie tastet, sie schnuppert, hält sich fest und zieht sich ganz langsam herüber auf meine Hand. Und dann, ich fasse es nicht, sie kostet mich, sie leckt den salzigen Geschmack, sie knabbert an meiner schweißfeuchten Haut.




Da sitzt sie auf meiner Hand, ganz friedlich, diese Kannibalin, die nach vollzogenem Akt, als Dank für die erfolgreiche Befruchtung, ihren Gatten verspeist, wie ich aus dem Biologieunterricht weiß.

Prisoner

Immer schon haben Menschen Tiere gefangen genommen und in Käfigen gehalten.
Um sie zu domestizieren, zu essen, zu studieren, zu forschen, zu quälen.


Nun folgt unser Nachbar Da Lung diesem unschönen Vorbild und hat zwei „flying fox „ hinter Gitter gebracht. Eine solche Riesenfledermaus hat eine Flügelspannweite von ca. 50 cm – doch die beiden Gefangenen können in ihrer Gitterzelle nicht fliegen. Nur kopfunter hängen, Tag und Nacht, im grellen Sonnenschein, vor dem ihnen in Freiheit ihre Höhle Schutz bieten und nachts, wenn sie ihrer Natur folgend, auf Nahrungssuche gehen würden.



Es ist faszinierend, wenn wir im Kerzenlicht auf unserer Terrasse sitzen um den Geckos zuzusehen und einer dieser großen Schatten lautlos an uns vorbeihuscht, auf der Suche nach Früchten (am liebsten angegammelten) die flying fox sind nämlich Vegetarier.


Ein paar Tage beobachte ich das Drama, ich halte es nicht mehr aus und spreche Da Lung darauf an. Was machst du denn mit den beiden, frage ich ihn? I study them – erklärt er mir strahlend. Aber sie werden sterben in diesem Käfig, antworte ich. They are bad – I’ll study them – bekräftigt er. Seufzend schaue ich in die Runde seiner Gefolgsmänner, alle nicken bekräftigend, they are bad. Wie überall auf der Welt, so auch hier, eilt Fledermäusen ein schlechter Ruf voraus – nachtaktiv, Vampire und Blutsauger. Sie wissen nicht, dass ihnen die überreifen Papayas schmecken und nicht unser Blut.


Please, let them free, bitte ich.  Da Lung nickt bekräftigend, yes later, but before I will study them.  Ich bin sicher, die beiden werden ihre Gefangenschaft nicht überleben. Aber mit meiner Meinung habe ich von Keinem Unterstützung zu erwarten. Singvögel in kleinen Käfigen, Kampfhähne in Mini-Verschlägen, bunte Fischlein in Glaskugeln, warum nicht auch flying fox hinter Gitter? In Bayern wollte ich die angeketteten Milchkühe befreien, und ihre neugeborenen Kälbchen , die der Kuh sofort nach der Geburt weggenommen werden und in so etwas ähnliches wie eine Hundehütte aus Plastik gesteckt werden , bevor sie der Viehtransporter zum Schlachthof bringt, nicht eine glückliche Stunde ist ihnen vergönnt, vor ihrem frühen Tod.  Sind ja nur Viecher – sagte der Bauer.

Nachsatz der Redaktion: heute war nur noch 1 Gefangener im Käfig, bestimmt wird auch der 2. bald ein Opfer der Forschung geworden sein